Stellungnahme der Fraktion zur Reaktivierung Krebsbachtalbahn

Veröffentlicht am 23.05.2022 in Ortsverein

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren

Bericht in der RNZ

bevor ich zu meiner eigentlichen Stellungnahme zur Reaktivierung der Krebsbachtalbahn komme, muss ich noch ein paar Sätze zum Bericht vom 17. Mai 2022 in der Rhein-Neckar-Zeitung loswerden. Dort war als Überschrift zu lesen: Quo vadis Krebsbachtalbahn?

Was bedeutet eigentlich „Quo vadis“? Bei Wikipedia ist zu lesen:
Im Alltag wird die Phrase „Quo vadis“ oft im Sinne von „Wohin soll das noch führen?“ oder „Wie soll das Weitergehen?“ verwendet. Also für mich übersetzt: Wie soll es mit der Krebsbachtalbahn weitergehen? Genau unser Thema heute Abend.
 

Ich kann Ihnen versichern, dass sich jede Fraktion ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt hat, sich mit den Vor- und Nachteilen auseinandergesetzt hat, sich Informationen eingeholt hat. Es gibt für alles ein Für und Wider. Vor allem ist es Wichtig fair zu bleiben und die Meinungen anderer zu akzeptieren. 

Natürlich dürfen die benachteiligten Bürger gerne ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen. Auch das gehört zur Demokratie dazu.


Doch nun zu meiner Stellungnahme für die SPD-Fraktion.

Im Januar 2022 haben wir uns in nicht-öffentlicher Sitzung ausführlich mit dem Thema „Krebsbachtalbahn“ beschäftigt. Hier kam auch der Wunsch aus dem Gemeinderat ein Stimmungsbild der Bürger zu erhalten. Es ist sicherlich wichtig im Gremium die Fakten auszutauschen, aber genauso wichtig ist es zu erfahren, was will der Bürger. 


Ich persönlich und auch Teile unserer Fraktion sind diesem Projekt am Anfang mehr als kritisch gegenübergestanden. 

Drei Punkte haben für uns gegen die Reaktivierung gesprochen:
1.    Bau- und Planungskosten in Höhe von 51 Millionen € zwar getragen durch das Land, aber letztendlich auch durch Steuergelder finanziert
2.    Bau der Verbindungsstrecke Obergimpern – Babstadt Hier: Streckenführung
3.    Auswirkungen auf einen möglichen Neuantrag für die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe in Bad Rappenau.

Dann kam die Bürgerversammlung mit Vorstellung des Vorhabens durch die ENAG und das Verkehrswissenschaftliche Institut.  Bei der Versammlung hat sich gezeigt, dass die Mehrheit der anwesenden Bürger die Reaktivierung der Krebsbachtal will.

Letztendlich hat uns diese Bürgerversammlung, aber auch die vielen Mails und Telefongespräche zum Umdenken gebracht. Auch die Aussage der Landtagsabgeordneten, dass die 51 Millionen auf jeden Fall ausgegeben werden, ob in Bad Rappenau oder anderswo, hat zu meiner Meinungsänderung beigetragen. Hier gilt Bad Rappenau First.

Auch muss die Reaktivierung der Bahn nicht gleich das Aus für die gymnasiale Oberstufe bedeuten, im Gegenteil – vielleicht ergibt sich durch die Reaktivierung eine Chance, schließlich ist der Zug keine Einbahnstraße/ fährt in zwei Richtungen. Zunächst ist aber das Land gefordert und muss die Anforderungen für die Beantragung neu überdenken. Entsprechende Gespräche sind von OB Frei angedacht.
 

Bleibt noch der Punkt Streckenführung. Diese sehen wir nach wie vor als sehr kritisch an, obwohl diese Strecke – nach Aussage der Planer - die Beste für Tier/Pflanzen und Mensch ist. Auch der Flächenverbrauch von ca. 2,5ha Fläche bei einer 12m breiten Trassenführung ist vertretbar. Hier gilt es frühzeitig mit den betroffenen Landwirten das Gespräch zu suchen. Wichtig ist auch, dass sich der Zustand der Feldwege nicht verschlechtert bzw. nach dem Bau wieder so hergestellt wird wie vor dem Bau. Hier dürfen keine Kosten für die Stadt Bad Rappenau entstehen.

Wir haben als Gemeinderat die Bürgerversammlung gefordert. Wir wollten wissen, was wollen die Bürger. Das Signal dort war eindeutig pro Krebsbachtalbahn. Wir sind von den Bürgern von Bad Rappenau gewählt, sind die Bürgervertreter im Gemeinderat und sollten in diesem Falle den Bürgerwillen akzeptieren und hinter unsere persönliche Meinung stellen. Wir können nicht die Bürger miteinbeziehen und dann die Willensbekundung missachten – so der Tenor in unserer Fraktion.

Selbstverständlich ist es wichtig auch über mögliche Folgen der Reaktivierung nachzudenken. Aber ob durch die Reaktivierung dann die Bahnunterführung „Hinter dem Schloss“ erforderlich ist, ist Spekulation und kann zum heutigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden Wir müssen uns an die Fakten, die uns von Fachleuten geliefert werden, halten. 

Ein Halb-Stunden-Takt ist erstrebenswert, aber auch hier gilt. Erst die Reaktivierung und dann kann über Taktzeiten diskutiert werden. 

Aber, hier sind auch die Landtagsabgeordnete der Wahlkreise Sinsheim und Eppingen gefordert. Sie haben in einer gemeinsamen Pressemitteilungen signalisiert: „Die Reaktivierung der Krebsbachtalbahn ist sinnvoll!“ Damit sie für alle sinnvoll ist, darf das Nahverkehrskonzept im Schwarzbachtal und dem kleinen Odenwald nicht zu Gunsten der Krebsbachtalbahn gekürzt werden. Wir nehmen hier unsere Landtagsabgeordnete in die Pflicht!!!

Noch ein letzter Satz:

Klar kann hinterfragt werden, was wäre, wenn – aber tun wir das bei anderen Projekten auch in diesem Ausmaß?  Manchmal bedarf es Mut zur Entscheidung – wenn auch mit viel Bauchgrummeln.

Die SPD-Fraktion stimmt mehrheitlich für die Reaktivierung der Krebsbachtalbahn mit all den Bedenken, die ich aufgeführt habe. 
 

 
 

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