#imagine 1.Mai 2021

Veröffentlicht am 01.05.2020 in Ortsverein

Den Auftakt für unsere #imagine Artikelreihe macht unsere Schriftführerin Renate Stejskal. Aus aktuellem Anlass widmet sie sich dem 1. Mai und wie dieser im nächsten Jahr aussehen könnte:

Auf dem Rathausplatz hat der ansässige SPD Ortsverein zu einer Gesprächsrunde geladen. Noch immer muss wegen der Coronakrise auf genügend Abstand geachtet werden. Und der eine oder andere hat auch noch einen Mundschutz an.

 Nachdem im vergangenen Jahr alle großen Demonstrationen und Veranstaltungen zum ersten Mai abgesagt werden mussten, gibt es in diesem Jahr an vielen Orten kleinere Veranstaltungen so wie diese hier. In Bad Rappenau stehen heute SPD Genoss*innen, Gewerkschafter*innen, Vertreter*innen der heimischen Betriebe und interessierte Bürger*innen zusammen. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Eine Bratwurst, ein Bier und vieles mehr serviert auch heute wieder die Feuerwehr, wie in so vielen Jahren zuvor am ersten Mai üblich.

 

Sehr heftig diskutiert wird die Frage, und hier werden meistens die anwesenden SPD-Gemeinderät*innen und der Ortsvereinsvorsitzende Jan Kulka angesprochen: Wie wird die neue Regierungskoalition in Stuttgart aussehen. Die SPD hat in der im März verlaufenen Landtagswahl so gut abgeschnitten, dass eine Regierungsbildung ohne sie nicht möglich sein wird.

Für die politischen Beobachter wäre dies ein Jahr zuvor noch unvorstellbar gewesen, zeichnete sich im Laufe der Monate jedoch immer mehr ab. Die SPD-Minister*innen in der Bundesregierung haben in der Krisenbewältigung überzeugende Arbeit geleistet. Und die Landes-SPD mit ihrem kompetenten und sympathischen Spitzenkandidaten Andreas Stoch konnte viele konstruktive Ideen einbringen, welche die Bürger*innen offenbar überzeugen konnten.
Für die SPD ist eine der wichtigsten Fragen: Wie können wir nach dem Stillstand durch die Corona-Krise, die ja noch lange nicht überwunden ist, Klima- und Wirtschaftspolitik nachhaltig vereinigen. Und wie schaffen wir es die sozialen Probleme, die durch die gestiegenen Arbeitslosen- und Kurzarbeiterzahlen entstanden sind, gemeinsam zu überwinden.

Natürlich werden diese Themen hier an den kleinen Tischen sehr kontrovers diskutiert. Gerade die anwesenden Gewerkschafter*innen und diejenigen, die in der wichtigen Automobilindustrie und bei deren Zulieferern arbeiten, fordern von der zukünftigen Landesregierung  mehr finanzielle Unterstützung für die Autobranche. Der Verzicht auf eine Abwrackprämie für PKWs mit herkömmlichen Verbrennungsmotor, die verstärkte Unterstützung von alternativer Mobilität und die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs zwingen die Branche zum Umdenken. Und Audi, BMW und Co. ziehen mit. Langsam beginnen alle Branchen darüber nachzudenken, wie jeder einzelne Betrieb, ob groß oder klein, zukünftig klimaschützender und nachhaltiger produzieren kann.

Noch ein Thema bewegt die Bürger*innen in Bad Rappenau besonders. Wie geht es unseren Kurbetrieben, Fachkliniken und Pflegeinrichtungen? Die Coronakrise hat diese Einrichtungen vor die große Herausforderung gestellt, Infektionen zu verhindern. Das Engagement aller Mitarbeiter*innen in den pflegenden Berufen, hat der Bevölkerung vor Augen geführt, wie wichtig diese Berufsgruppen sind. Deshalb kann die zukünftige Landesregierung für ihre Forderung diesen Berufszweig besser zu bezahlen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern, bei allen dafür Verantwortlichen mit voller Unterstützung rechnen. Auch die Kirchen mit ihren großen Organisationen Diakonie und Caritas, die sehr viele soziale Einrichtungen betreiben, sind endlich bereit, mit den Gewerkschaften zu sprechen und ihre Personalpolitik und Vergütungen an die der staatlichen Institutionen anzupassen. Die zukünftigen SPD Landesminister*innen und auch die Gemeinderät*innen von Bad Rappenau werden sich dafür stark machen.

Noch gibt es keinen Impfstoff gegen COVID-19, aber er ist in Reichweite. Uns in der SPD ist bewusst, dass es eine weltweite Strategie geben muss, wer geimpft werden soll und wann. Alle Länder werden sich an den Rat der Epidemiebekämpfungsallianz CEPI (Koalition für die epidemische Innovations-Bereitschaft) halten, damit keine neue Coronavirus-Welle über die ganze Welt hereinbricht.

Trotz der Krise sitzen viele an diesem ersten Mai noch lange vor dem Rathaus zusammen und genießen den Abend mit gutem Essen und Trinken und vielen anregenden Gesprächen.