Entschließung zur Gedenkstätte für das ehemalige Konzentrationslager Kochendorf

Veröffentlicht am 04.11.2009 in Kreisverband

Die SPD im Landkreis Heilbronn beobachtet mit großer Sorge die ungewisse Zukunft der Gedenkstätte im Besucherbergwerk der SWS in Kochendorf.

Die SPD im Landkreis Heilbronn beobachtet mit großer Sorge die ungewisse Zukunft der Gedenkstätte im Besucherbergwerk der SWS in Kochendorf.

Sie ist Erinnerung an das Leid und das Unrecht, das den Häftlingen des Lagers zugefügt wurde, und Mahnung zur Wachsamkeit und Wehrhaftigkeit gegen Rassismus und Totalitarismus und sie dient über Begegnungen ehemaliger Häftlinge und ihrer Angehörigen mit dem heutigen Deutschland der Versöhnung und dem Frieden.

Es wäre eine groteske Fehlentwicklung, wenn sie für dauernd geschlossen bliebe, weil die Beteiligten sich nicht über die Verteilung der Kosten für eine Umgestaltung des Besucherbergwerkes verständigen können, welche die Gedenkstätte weder betrifft noch durch sie veranlasst ist.

Die SPD im Landkreis fordert daher die Beteiligten, nämlich

die SWS AG
das Land Baden-Württemberg
die Stadt Heilbronn
- beide als deren Mehrheitseigner
den Landkreis Heilbronn
die Stadt Bad Friedrichshall
- beide als die beteiligten Kommunen

dringend auf, diese Kostenfrage alsbald einvernehmlich zu regeln.

Eine Schließung der Gedenkstätte wäre eine Schande für die Region.

Erläuterung

Problemdarstellung

Die SWS öffnete bisher ihren Schacht Kochendorf an WE und Feiertagen für ein untertage eingerichtetes Besucherbergwerk. In diesem gibt es die KZ-Gedenkstätte. Sie gibt es dort, weil die Häftlinge dort gearbeitet haben (nicht für die damalige Saline Kochendorf). Jetzt möchte die SWS das Besucherbergwerk umgestalten und hat es deswegen seit dieser Saison (ab Mai 2009) geschlossen und erwartet dazu eine finanzielle Beteiligung der juristischen und/oder ideellen Träger der Gedenkstätte, obwohl diese die Umgestaltung weder gewünscht noch veranlasst haben.

Entstehung der Gedenkstätte

Peter Knoche, damals BM von Bad Friedrichshall, hat private Initiativen zur Erforschung der Geschichte des KZ (Klaus und Hans Riexinger, Detlef Ernst, Heinz Rabe) in den neunziger Jahren aufgegriffen und die Idee einer Gedenkstätte im Besucherbergwerk entschlossen vorangetrieben. Die SWS, vertreten durch das damalige Vorstandsmitglied Günther, haben das Vorhaben nach anfänglichen Bedenken aktiv unterstützt. Die Gedenkstätte wurde 1999 eröffnet. Die Kosten trug die Stadt Bad Friedrichshall (EU-Zuschuss). Die Infrastruktur stellte die SWS, die auch danach weiterhin durch Günther und seinen Nachfolger Dr. Kowalski dies Anliegen sehr verdienstvoll gefördert hat.

Danach wurde die ‚Miklos-Klein-Stiftung’ gegründet, welche jetzt neben der Stadt Bad Friedrichshall Träger der Gedenkstätte ist.

Historischer Hintergrund

In Bad Friedrichshall-Kochendorf bestand von Anfang September 1944 bis Ende März 1945 ein Konzentrationslager als sog. Außenlager des KZ Natzweiler im Elsass. Entsprechende Lager gab es u.a. in Neckarelz und in Heilbronn-Neckargartach.

Die Häftlinge arbeiteten überwiegend untertage im Schacht der damaligen staatlichen Saline Kochendorf, aber nicht für diese, sondern für das Reichsrüstungsministerium, welches auch hier eine riesige bombensichere Rüstungsfabrik einrichten wollte. Die damalige Saline Kochendorf hat sich – erfolglos- gegen diesen Häftlingseinsatz gewehrt, dahingestellt, ob aus humanitären oder betriebsökonomischen Gründen.

Das KZ war Teil des SS - Programms “Vernichtung durch Arbeit“, das wegen dieses Namens nicht erläutert werden muss.

 
 

Homepage Der SPD-Kreisverband Heilbronn-Land

Suchen

Termine

Alle Termine öffnen.

01.09.2024 Landtagswahl Sachsen und Thüringen

02.09.2024, 18:30 Uhr AfA Landesvorstand

07.09.2024, 10:00 Uhr AfA Klausur

07.09.2024, 12:00 Uhr Präsidium

16.09.2024, 19:00 Uhr - 21:30 Uhr Kreisvorstandssitzung Heilbronn-Land

20.09.2024 - 21.09.2024 Klausur Landesvorstand

Alle Termine